Die Kosten einer Bestattung in Österreich können zwischen 5.000 und 15.000 Euro betragen – eine finanzielle Belastung, die viele Familien unvorbereitet trifft. Um Angehörige zu entlasten, schließen immer mehr Menschen eine Sterbeversicherung ab.
Doch ist eine Sterbeversicherung wirklich sinnvoll? Oder gibt es bessere Alternativen zur Bestattungsvorsorge?
In diesem Artikel erfährst du:
✅ Was eine Sterbeversicherung ist und wie sie funktioniert
✅ Welche Vorteile und Nachteile sie hat
✅ Welche Alternativen du in Betracht ziehen kannst
1. Was ist eine Sterbeversicherung?
Die Sterbeversicherung ist eine spezielle Form der Lebensversicherung, die ausschließlich für die Deckung der Bestattungskosten gedacht ist.
1.1. Funktionsweise der Sterbeversicherung
📌 Der Versicherungsnehmer zahlt monatliche oder jährliche Beiträge in die Versicherung ein.
📌 Im Todesfall wird die vereinbarte Versicherungssumme an die Angehörigen oder ein Bestattungsunternehmen ausgezahlt.
📌 Die Höhe der Versicherungssumme liegt meist zwischen 3.000 und 15.000 Euro.
💡 Beispiel:
- Ein 50-jähriger Versicherungsnehmer zahlt 20 Euro monatlich ein.
- Nach 15 Jahren hat er insgesamt 3.600 Euro eingezahlt.
- Stirbt er, erhält die Familie z. B. 7.000 Euro für die Bestattung.
2. Vorteile einer Sterbeversicherung
Die Sterbeversicherung hat einige Vorteile, die sie für viele Menschen attraktiv machen.
2.1. Finanzielle Entlastung der Angehörigen
✅ Die Versicherung stellt sicher, dass im Todesfall sofort eine Geldsumme für die Bestattungskosten verfügbar ist.
✅ Angehörige müssen sich keine Sorgen über finanzielle Engpässe machen.
2.2. Keine hohen Einmalzahlungen
✅ Im Gegensatz zu einer Einmalzahlung auf ein Sparbuch oder Treuhandkonto wird der Betrag über viele Jahre in kleinen Raten gezahlt.
✅ Besonders für Menschen mit begrenztem Budget ist das vorteilhaft.
2.3. Versicherungssumme bleibt erhalten
✅ Das angesparte Kapital ist vor Pfändungen oder Sozialhilfebezug geschützt.
✅ Wenn das Geld auf einem Sparbuch liegt, könnte es für andere Zwecke ausgegeben werden.
2.4. Keine Gesundheitsprüfung (je nach Anbieter)
✅ Viele Versicherer bieten Sterbeversicherungen ohne Gesundheitsprüfung an.
✅ Das bedeutet, dass auch ältere oder gesundheitlich vorbelastete Menschen eine Versicherung abschließen können.
2.5. Planungssicherheit
✅ Die Versicherung sorgt dafür, dass die eigenen Bestattungswünsche finanziell abgesichert sind.
✅ In Kombination mit einem Bestattungsvorsorgevertrag können individuelle Vorstellungen genau festgelegt werden.
3. Nachteile einer Sterbeversicherung
Trotz der Vorteile gibt es auch Nachteile, die man vor Abschluss einer Sterbeversicherung bedenken sollte. Wer eine passende Sterbeversicherung Österreich sucht, findet auf der Website hilfreiche Vergleiche.
3.1. Hohe Gesamtkosten über die Jahre
❌ Je nach Beitragshöhe kann es passieren, dass man über die Jahre mehr einzahlt, als letztendlich ausgezahlt wird.
❌ Besonders bei langer Laufzeit (z. B. 30 Jahre) kann die Summe der eingezahlten Beiträge deutlich höher als die Versicherungssumme sein.
💡 Beispiel:
- Eine Person zahlt 30 Jahre lang 20 Euro pro Monat → Insgesamt 7.200 Euro
- Versicherungssumme: 5.000 Euro
- Ergebnis: Mehr eingezahlt als ausgezahlt
3.2. Wartezeiten bei vielen Versicherungen
❌ Viele Sterbeversicherungen haben eine Wartezeit von 6 bis 36 Monaten.
❌ Stirbt die versicherte Person innerhalb dieser Wartezeit, gibt es keine volle Auszahlung (nur Rückerstattung der Beiträge oder Teilbetrag).
💡 Tipp: Wer eine Versicherung mit sofortigem Versicherungsschutz will, sollte auf Verträge mit keiner oder geringer Wartezeit achten.
3.3. Keine Rendite wie bei anderen Vorsorgeformen
❌ Die Sterbeversicherung ist keine Geldanlage.
❌ Wer das Geld stattdessen auf ein Sparbuch oder ein Investmentkonto legt, könnte unter Umständen mehr Kapital ansparen.
3.4. Kündigung oder Beitragsstopp problematisch
❌ Wenn die Versicherung vorzeitig gekündigt wird, gibt es oft nur einen geringen Rückkaufswert.
❌ Wer nach einigen Jahren die Beiträge nicht mehr zahlen kann, verliert oft einen Großteil des bereits eingezahlten Geldes.
4. Welche Alternativen gibt es?
Bevor man sich für eine Sterbeversicherung entscheidet, sollte man auch Alternativen zur Bestattungsvorsorge prüfen.
4.1. Bestattungsvorsorgevertrag
✔ Direkt mit einem Bestattungsunternehmen abgeschlossen
✔ Bestimmte Leistungen (Sarg, Urne, Trauerfeier) sind festgelegt
✔ Kosten werden durch eine Einmalzahlung oder Raten gedeckt
💡 Geeignet für: Personen, die ihre Bestattung genau planen möchten und sicherstellen wollen, dass ihre Wünsche erfüllt werden.
4.2. Sparbuch oder Treuhandkonto
✔ Geld wird separat für Bestattungskosten angespart
✔ Flexibel einzahlbar, keine festen Beiträge
✔ Kein Risiko von überzahlten Beiträgen
💡 Nachteil: Erspartes Geld kann von Angehörigen oder Sozialamt für andere Zwecke verwendet werden.
4.3. Mitgliedschaft in einem Sterbeverein
✔ Kombination aus finanzieller Absicherung und organisatorischer Hilfe
✔ Geringe Monatsbeiträge (oft nur 10 – 20 Euro)
✔ Unterstützung für Angehörige im Trauerfall
💡 Ideal für: Menschen, die eine günstige Lösung mit zusätzlicher Betreuung suchen.
5. Lohnt sich eine Sterbeversicherung? – Fazit
Ob sich eine Sterbeversicherung lohnt, hängt von der individuellen Situation ab.
Wann lohnt sich eine Sterbeversicherung?
✅ Wenn man sicherstellen will, dass sofort Geld für die Bestattung verfügbar ist
✅ Wenn man keine hohe Einmalzahlung leisten kann
✅ Wenn man gesundheitlich vorbelastet ist und keinen anderen Vorsorgeweg hat
Wann ist eine andere Lösung besser?
❌ Wenn man flexibel bleiben möchte und lieber ein Sparbuch oder Treuhandkonto nutzt
❌ Wenn man über viele Jahre mehr einzahlen würde, als letztendlich ausgezahlt wird
❌ Wenn man genaue Bestattungswünsche hat – dann ist ein Bestattungsvorsorgevertrag besser geeignet
💡 Tipp: Vor dem Abschluss einer Sterbeversicherung lohnt es sich, Angebote zu vergleichen und Alternativen wie einen Bestattungsvorsorgevertrag oder ein Sparbuch zu prüfen.
Die richtige Wahl zur Bestattungsvorsorge hängt von den persönlichen Wünschen und finanziellen Möglichkeiten ab!

